
Bürgermeister Reiner Hör – Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
„Viel vor" hatte ich vor meiner Wahl zum Bürgermeister der Orts- und Verbandsgemeinde Rülzheim, bei der Sie mir am 2. Juli 2006 in überwältigender Weise Ihr Vertrauen schenkten, angekündigt.
Zwischenzeitlich konnte ich gemeinsam mit dem Orts- und Verbandsgemeinderat einiges davon umsetzen:
„In Rülzheim ist was los", bekomme ich immer öfter bei meinen Dienstreisen oder auch Privatbesuchen in anderen Gemeinden zu hören. Das macht mich stolz, weil es auch verdeutlicht, dass in unserer Heimatgemeinde der Zusammenhalt zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen, Kirchen und sozialen Organisationen sehr stark ausgeprägt ist. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen unsere Gemeinschaft, so dass wir uns wohl fühlen können und keiner alleine bleiben muss. Hierfür bedanke ich mich bei allen, die dazu ihren Beitrag geleistet haben, ganz herzlich.
Zur weiteren Sicherung der Zukunft unserer Heimatgemeinde sind noch viele wichtige Entscheidungen zu treffen. Der „Startschuss" zur „Familienplanung Rülzheim" wurde durch den Erwerb von preisgünstigem Baugelände (ehemalige Firma Hartchrom) gegeben. Damit ist gewährleistet, dass junge Familien die Möglichkeit haben, innerhalb unseres Ortes (ohne Flächen im Außenbereich) zu bauen und nicht nur die eigene Existenz, sondern auch die unserer Gemeinde zu sichern. Die Schaffung einer Mehrgenerationenanlage im Bereich der Sozialstation wäre ein weiterer Baustein, um auch unseren Senioren Perspektiven für die Zukunft zu geben.
Demnächst neues Bauland für junge Familien auf dem ehemaligen Hartchromgelände:
Die weitere Entwicklung unserer Gemeinde wird maßgeblich davon beeinflusst, ob es uns gelingt, die großen Verluste, die unser Freizeitbad Moby Dick nach wie vor verursacht, erheblich zu verringern. Durch schmerzhafte Eingriffe in die Personalstruktur sowie bei den Sachkosten ist es gelungen, dass jährlich rund 170.000,- Euro Kosten eingespart wurden. Durch die Solidaraktion unserer Nachbargemeinden Hördt, Kuhardt und Leimersheim und die Übernahme der Verluste durch die Gemeinde (bisher wurde das Millionendarlehen der Gemeinde Jahr für Jahr aufgebraucht) sind der Fortbestand unseres Bades sowie die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die nächsten Jahre gesichert. Doch es bedarf noch erheblicher finanzieller Verbesserungen, damit die Verluste nicht die Entwicklung unserer Gemeinde lähmen.
Ein „Silberstreif am Horizont" kann dabei der Bau des Geothermie-Kraftwerkes am Gollenberg (in der Nähe der Windkraftanlage) sein. Der Bauantrag ist gestellt. In Gesprächen mit dem Umweltministerium, den Pfalzwerken sowie dem Bauherrn, Fa. Hotrock, wurde deutlich, dass die Gewinnung von Erdwärme (als Abfallprodukt der Stromerzeugung) erhebliche finanzielle Einsparpotentiale für den Wärmebezug unseres Moby Dick bringen können. Auch das zweite Sorgenkind, unser Betrieb Fernwärme, kann damit aus der Verlustzone geführt werden. Zur Zeit sind trotz der für die Fernwärmekunden schmerzhaften Tariferhöhungen keine Gewinne in Sicht, die es ermöglichen, das über 30 Jahre alte Leitungsnetz zu erneuern. Bei erfolgreichem Betrieb des Wärmekraftwerkes ist zu erwarten, dass Interessenten da sind, die in das Netz investieren, um damit die umweltfreundliche Energieversorgung für Rülzheim zu sichern. Eine „Investitionsspritze" und zusätzliches technisches „Know-how" sind dringend erforderlich. Dafür werden wir allerdings unser alleiniges Entscheidungsrecht über Preisgestaltung und Unternehmensführung teilen müssen. Für die Zukunft von Rülzheim würde ich dieses Risiko eingehen.
Hier das aktuelle Fernwärmeleitungsnetz der Gemeindewerke. Die Basis für den weiteren Ausbau:
Weitere wichtige Investitionen stehen noch aus:
Liebe Rülzheimerinnen, liebe Rülzheimer,
Sie sehen, es gibt noch viel zu tun: Packen wir es an. Gerne würde ich mit Ihrer Unterstützung die Zukunftsaufgaben gemeinsam angehen. Bei den Gemeinschaftsprojekten Integrierte Gesamtschule (IGS), Stadtbahn, Moby Dick, Wirtschaftsförderung und Tourismus hat sich schon gezeigt, wie
wichtig es ist, dass ein Bürgermeister die Aufgaben bündelt und sie koordiniert. Auch bei den anstehenden Zukunftsprojekten wird es wichtig sein, dass für alle Angelegenheiten ein politisch Verantwortlicher da ist.
Dies hat schon mein Amtsvorgänger Karl Schwindhammer vor seiner letzten Wahl als Ortsbürgermeister im „Ostergruß" der CDU Rülzheim 2004 erkannt und hierzu unter anderem folgendes ausgeführt: „...Bei allem Respekt vor dem Ehrenamt bin ich der Meinung, dass unsere Gemeinde Rülzheim mit über 8000 Einwohnern auch weiterhin nur professionell durch einen voll engagierten Bürgermeister geführt werden kann. Unsere Bürgerinnen und Bürger brauchen einen Ansprechpartner, der für alle kommunalen Dinge des täglichen Lebens zuständig ist. In einer Zeit, in der aus Kostengründen immer mehr eine straffere Verwaltung gefordert wird, wäre eine Ämtertrennung ein Schritt in die falsche Richtung. Darüber hinaus würde eine Ämtertrennung für die Gemeinde Rülzheim wesentliche Mehrkosten verursachen. Geld, das für sinnvollere Aufgaben, zum Beispiel für die Jugendförderung und Altenbetreuung in unseren engagierten Vereinen verwendet werden könnte...".
Offensichtlich haben Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger dies auch so beurteilt und bei den Bürgermeisterwahlen 2004 und auch bei meiner Wahl im Jahre 2006 zum Ausdruck gebracht. Ihre Meinung ist für mich Ansporn, mich auch in diesem Jahr um das Amt des Ortsbürgermeisters zu bewerben, um Ihr Ansprechpartner für die nächsten fünf Jahre zu sein. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir und meiner Wählergruppe „Aktive Bürger" weiterhin Ihr Vertrauen schenken.
Ihr Reiner Hör